Das Projekt

Ziele des Projekts:

"STASI" möchte 25 Jahre nach dem 'Mauerfall' und dem Ende des 'Überwachungsstaates' zum  einen die deutsche Stasi-Geschichte in einem gesamteuropäischen Kontext diskutieren und aufarbeiten. Hierbei werden die Mechanismen herausgearbeitet, welche es der damaligen DDR erlaubt haben, bis in den privatesten Bereich der Menschen vorzudringen. Zum anderen wird Sensibilisierung erreicht, mit der in einer globalisierten Welt den aktuellen Bedrohungen der Menschenwürde durch Datenspeicherung und -überwachung begegnet werden kann. Hierbei wird insbesondere auch die Digitalisierung der Überwachung diskutiert.

In der Bevölkerung sind Kenntnisse des Rechtssystems einschließlich der Datenschutzvorkehrungen kaum verbreitet, so dass sich das Internet für viele unkundige Bürger  als eine Art „rechtsfreier Raum“ darstellt. Alle haben genau wie im realen Leben in der virtuellen Welt Rechte und Pflichten. Daher werden alle Nutzer/Bürger durch STASI darüber informiert sein und für den Bereich der Datenspeicherung sensibilisiert. Medienrechtliche Bildung für Bürgerinnen und Bürger ist ein zentrales Thema, welches zu lange ein Schattendasein gefristet hat. Unsicherheiten und Fehler im Umgang mit neuen Medien sind die Folge. Recht in Europa wird mit 'STASI' mehr Datenschutzsensibilität schaffen und mit seinen Veranstaltungen zur Aufklärung, Sensibilität und Sicherheit beitragen. Für das Konsortium dieses Erinnerungsprojektes geht es um den Wert der Menschenwürde und das davon abgeleitete Recht auf informationeller Selbstbestimmung.

Im europäischen Dialog werden Möglichkeiten gegen den weit verbreiteten Fatalismus und die Notwehrstrategien für Bürger geschaffen.Bürgerinnen und Bürger erhalten durch die Veranstaltungen von STASI direkte Informationen zu den wichtigen datenschutzrelevanten Themen wie 'Urheberrecht, Inhaltliche Sicherheit, Technische Sicherheit, Up- und downloads, Cybermobbing etc. = mehr Verantwortung für den Bereich Datenschutz und -sicherheit.

Begründung der Prioritäten:

'STASI' wird Bürgerinnen und Bürger durch verschiedene Veranstaltungen die Möglichkeit geben an 'das' einschneidende Ereignis in der jüngsten Geschichte Europas zu erinnern und an einem freiheitlich-demokratischen Europa in Menschenwürde und Freiheit mitzuwirken. Mit 'STASI' wird an die Zeit vor dem Mauerfall erinnert und gleichzeitig die Fragen einer Europäischen Datenschutz-Grundverordnung diskutiert. Es scheint, dass Europa sich mitten in einem Epochenwechsel befindet - von einem kontingenten Weltbezug zu einem providenziellen, der jede Forderung nach klassischem Datenschutz in Leere laufen lässt. 'STASI' sensibilisiert Bürgerinnen und Bürger für den Zusammenhang von Bürgerüberwachung aus diktatorischen Zwecken und 'Personendatensammlung' aus kommerziellen Zwecken. Die juristischen Voraussetzungen und Legitimationen werden diskutiert und alle Bürger können ihre Meinung und ihre Wünsche für Menschenwürde und Persönlichkeitsschutz bekunden. Die Grund-Werte Europas werden damit gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern thematisiert und durch die Veranstaltungen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung zu einem hochaktuellen Thema geschaffen. Erinnerung muss im Jugendalter erlernt werden, um im Erwachsenenalter Entwicklungschancen jenseits des Haderns mit der eigenen Lebensgeschichte zu ermöglichen. Jugendliche werden deshalb besonders in die Vorbereitung der Aktivitäten für alle  Veranstaltungen einbezogen. 'STASI' zielt darauf, die Priorität des 25. Jahrestages des Mauerfalls umzusetzen und konzentriert sich auf einen historischen Umstand der Einschränkung von Persönlichkeitsschutz 'damals' vor dem Mauerfall und setzt in Bezug zum aktuellen 'Umstand' der Persönlichkeitsüberwachung  durch die NSA und kommerzielle Betreiber von Netzwerken und Internetangeboten.

Durch diesen aktuellen Bezug dieser Geschichte schlägt 'STASI' eine Brücke von 'vergangener' Missachtung von Menschen- und Persönlichkeitsrechten zu aktuellen Einschränkungen und motiviert und initiiert gleichzeitig die Diskussion über eine europäische Datenschutz-Grundverordnung sowie über den Persönlichkeitsschutz und die Menschenwürde in ganz Europa an. Diese Probleme in einer globalisierten Welt  werden für den Bereich der digitaler Überwachung diskutiert. Durch die Veranstaltungen in  Lüneburg, BG, RO und SI werden die Auswirkungen des Mauerfalls auf ganz Europa - exemplarisch durch die Länder und Partner in BG, RO und SI - deutlich. Auch 10 Jahre nach der Erweiterung der Europäischen Union nach Osteuropa sind Menschenwürde und der Schutz der Persönlichkeitsrechte offenbar ein Problem, für das ganz Europa im digitalen Zeitalter eine Lösung braucht. 'STASI' will dabei Bürgerinnen und Bürger aktiv beteiligen.

Erinnerung an die den Mauerfall und seine Folgen stellt für alle 28 Mitgliedsstaaten und alle Generationen eine Herausforderung dar, die generationsübergreifend wahr- und ernst genommen wird. Durch die Teilnahme von 5 Partnern Europas entsteht eine transnationale Atmosphäre, die den interkulturellen Dialog fördert. Alle am Projekt beteiligten werden auch individuell als Persönlichkeit geprägt und tragen den Gedanken von Freiheit und Toleranz und die gemeinsame Verantwortlichkeit für das zukünftige Europa weiter. Die Erfahrungen und der Austausch untereinander formen unmittelbare und aktuelle Interessen der Beteiligten, die durch aktive Teilnahme am demokratischen Prozess in die weitere europäische politische Agenda einfließen.

Präsentation Stasi-Nsa in Tallin